Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Futurium
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Das Futurium ist ein 2019 eröffnetes Museum in Berlin. Es startete als Projektinitiative wissenschaftlicher Einrichtungen und Netzwerke mehrerer Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen sowie der deutschen Bundesregierung in Berlincite-ref-1[1] und dient als „Ort fĂŒr PrĂ€sentation und Dialog zu Wissenschaft, Forschung und Entwicklung“. Der Bau öffnete am 5. September 2019 mit einem Festakt.cite-ref-2[2] Es ist „Museum, BĂŒhne und Forum fĂŒr offene Fragen der Zukunft“.cite-ref-3[3]

Das AusstellungsgebĂ€ude steht am Alexanderufer im Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks und wurde mit einer NutzflĂ€che von rund 8154 mÂČcite-ref-4[4] auf drei Etagen konzipiert, davon stehen 2600 mÂČ fĂŒr Dauerausstellungen und 600 mÂČ im Untergeschoss fĂŒr Sonderausstellungen zur VerfĂŒgung.cite-ref-5[5] Direktor der Einrichtung ist seit dem 1. Juni 2017 Stefan Brandt.cite-ref-6[6]

Contents

‱ Konzept
‱ Freiraum
‱ Innenbereich
‱ Das Dach
‱ Filme
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Lage und TrÀger

Das GebĂ€ude hat die Adresse Alexanderufer 2cite-ref-7[7] und besitzt den SĂŒdeingang vom Kapelle-Ufer und den Nordeingang von der Margarete-Steffin-Straße 15, wo nach Nordost auch der Technikzugang liegt. Das Futurium befindet sich auf einem GrundstĂŒckcite-ref-8[8] zwischen der Spree, einem BĂŒrogebĂ€ude am Alexanderufer,cite-ref-9[9] einem Viadukt der Stadtbahn und dem östlich angrenzenden Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung. Auf dem trapezförmigen GrundstĂŒck wurde ein (unregelmĂ€ĂŸiges) FĂŒnfeck als Grundriss gewĂ€hlt (futuriumStandort und Form52.5239373313.374331).

Das Futurium ist am Spreebogen zentral zwischen Hauptbahnhof (Kreuzungsbahnhof Nord-SĂŒd- und Stadtbahn) und ReichstagsgebĂ€ude angeordnet.cite-ref-10[10] Über die Bahntrasse hinweg befindet sich nordöstlich das GelĂ€nde der CharitĂ©. Das GrundstĂŒck umfasst 6700 mÂČ und die ĂŒberbaute GebĂ€udegrundflĂ€che betrĂ€gt 4000 mÂČ, die fĂŒr die Einrichtung auf drei Etagen bestehende NutzflĂ€che ist mit 3200 mÂČ benannt.

Der öffentliche Bereich des Baus ist fĂŒr alle von 10 bis 18 Uhr (donnerstags bis 20 Uhr) zugĂ€nglich, am Dienstag ist das GebĂ€ude geschlossen. Der Eintritt ist fĂŒr Besucher frei.cite-ref-11[11]

Der TrĂ€ger ist die gemeinnĂŒtzige Einrichtung Futurium gGmbH, die am 15. Juli 2014 zunĂ€chst als Haus der Zukunft gGmbH gegrĂŒndet wurde.cite-ref-12[12] Deren Aufgabe als gemeinnĂŒtzige Gesellschaft ist es diesen „Ort fĂŒr PrĂ€sentation und Dialog zu wissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen von nationaler und internationaler Bedeutung zu betreiben“. Deklariert ist das Futurium als „eine unabhĂ€ngige Plattform fĂŒr Dialog und Vernetzung zwischen Staat, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft“.cite-ref-13[13]

Konzept

Das Konzept des GrĂŒndungsdirektors Reinhold Leinfelder war von der Diskussion um die Benennung einer neuen geochronologischen irdischen Epoche, des AnthropozĂ€ns, beeinflusst. Diese umfasst den Zeitabschnitt, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphĂ€rischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Das Konzept besagt: Alles hĂ€ngt mit allem zusammen – Mensch, Technik und Natur mĂŒssen zusammengedacht werden. Es gibt nicht nur eine Zukunft, sondern unterschiedliche „ZukĂŒnfte“. Es kommt darauf an, sich vieles besser vorstellen und möglichst auch ausprobieren zu können, wodurch bewusst werden soll, dass Zukunft gestaltbar und nicht unbeeinflussbar ist. Es soll Wissen generiert und verhandelt werden, wie eine wĂŒnschbare Zukunft aussehen könnte und wie diese zu gestalten wĂ€re.

In einer zentralen, sich stĂ€ndig erneuernden Ausstellung werden aktuelle gesellschaftliche Themen mit möglichen Szenarien in der Zukunft entwickelt. Im Veranstaltungsbereich des Hauses finden Diskussionen zwischen Wissenschaft, Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft – also BĂŒrgern – mit unterschiedlichen partizipativen Methoden statt. Im Reallabor im Untergeschoss des Hauses sollen Technologien, Verfahren und Methoden von Besuchern konkret getestet und kritischer ÜberprĂŒfung unterzogen werden.


Die Wirtschaft war durch BASF, Bayer, Boehringer Ingelheim, Siemens und Infineon sowie die Deutsche Telekom Stiftung vertreten. Im Jahr 2025 waren nur noch drei Wirtschaftsunternehmen Gesellschafter.cite-ref-brh2025-14-0[14] Die Gesellschafterversammlung bestellt den Aufsichtsrat, in dem Bund, Wissenschaft, Wirtschaft und Stiftungen vertreten sind. Der Aufsichtsrat bestellt und ĂŒberwacht die GeschĂ€ftsfĂŒhrung. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung besteht aus dem Direktor und einer kaufmĂ€nnischen GeschĂ€ftsfĂŒhrerin. Auf Vorschlag des Aufsichtsrates wĂ€hlt die Gesellschafterversammlung den Programmrat, der sich aus bis zu zwölf Wissenschaftlern sowie Kommunikationsexperten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammensetzt und die Organe, insbesondere den Direktor, fachlich berĂ€t.

Der Jahresetat betrĂ€gt fast 19 Millionen Euro.cite-ref-15[15] Im Dezember 2025 kritisierte der Bundesrechnungshof in dessen Bemerkungen zur Haushalts- und WirtschaftsfĂŒhrung des Bundes, dass das „Finanzierungskonzept fĂŒr das Futurium gescheitert“ sei. Der Bund habe im Jahr 2023 89 % der Kosten getragen. UrsprĂŒnglich seien 22 Gesellschafter geplant gewesen, vorhanden seien allerdings nur zwölf.cite-ref-brh2025-14-1[14]

Architektur und Bau

Das GebĂ€ude wurde in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) erstellt, bei der öffentliche Hand und private Unternehmen zusammenarbeiteten. Das Vergabeverfahren startete mit einem europaweiten Vergabewettbewerb im April 2013. Den daran anschließenden internationalen Architekturwettbewerb gewann ein Entwurf der Berliner Architekten Richter und Musikowskicite-ref-16[16] in Zusammenarbeit mit JUCA landschaftsarchitektur.cite-ref-17[17]

Der Bau begann im MĂ€rz 2015 nach dem KNX-Standard.cite-ref-18[18] Die Grundsteinlegung erfolgte am 15. Juni 2015 durch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20] Noch wĂ€hrend der Vorbereitungsphase – Ankauf eines BaugrundstĂŒcks, Bauplanungen – Ă€nderte der Bauherr den Namen in das international besser verstĂ€ndliche Wort Futurium.cite-ref-berl-ztg190426-21-0[21] Dem neu gewĂ€hlten Namen entsprechend handelt es sich um ein fĂŒnfseitiges Bauwerk aus Beton, Glas und Stahl mit einem modernen Äußeren auf einem [fĂŒnf]eckigen Grundriss. Der Museumsleiter lobte die Juryentscheidung fĂŒr das zukunftsweisende Raumkonzept, das Futurium soll „ab September [2019] Ort fĂŒr visionĂ€re Ideen sein. [
] Gleichzeitig soll es Ă€sthetisch unverwechselbar und innovativ sein und auf die Umgebung und die Geschichte des Ortes eingehen.“cite-ref-berl-ztg190426-21-1[21] Es kamen nachhaltige Baumaterialien ebenso zur Anwendung wie die BerĂŒcksichtigung der Barrierefreiheit und die Einbindung der Anwohner. Das GebĂ€ude entspricht dem Standard eines Niedrigst-Energiehauses. Das Energiekonzept sieht die Nutzung regenerativer Energie vor, um den Einsatz fossiler EnergietrĂ€ger zu minimieren. Einen wesentlichen Bestandteil des innovativen Konzepts bildet die Energiespeicherung mit Hilfe eines Paraffin-LatentwĂ€rmespeichers. Der Rohbau des Hauses konnte am 16. September 2017 besichtigt werden.cite-ref-22[22] Am 13. September 2017 fand die SchlĂŒsselĂŒbergabe fĂŒr das Futurium statt.cite-ref-berger-23-0[23] Anschließend erfolgten bis zum SpĂ€tsommer 2019 die Innengestaltung und AusstellungsprĂ€sentationen.

Das „Denk“-GebĂ€ude fĂŒr 58 Millionen Euro nach den PlĂ€nen des Berliner Architekten-BĂŒros Richter-Musikowskicite-ref-24[24] wurde von den Gesellschaftern finanziert. Im Auftrag der Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben wurde die Partnerschaft Deutschland im November 2014 mit Planung und Bau sowie dem Betrieb fĂŒr 30 Jahre beauftragt.cite-ref-25[25]

Der Bau stand mit Verzögerungen der AusfĂŒhrung in der Kritik. Dass das Haus nicht energieautark errichtet wurde und erst recht kein Plus-Energie-Haus ist, wurde angemerkt.cite-ref-26[26] Weitere Punkte sind fehlende FahrradstellplĂ€tze, Elemente aus energieintensiven Materialien wie Stahlbeton, Stahl und Hochleistungsglas statt begrĂŒnter Fassaden oder Holz als Baustoff werden bemĂ€ngelt.cite-ref-bernau-27-0[27] Dazu wird gegengestellt, dass es den Vorgaben der Auftraggeber aus der Bundesregierung und der vielen beteiligten Förderer aus der Industrie geschuldet ist, denen offenbar jedes Experiment als „untragbares Wagnis“ erschien.cite-ref-bernau-27-1[27]

Das ArchitekturbĂŒro gestaltete „ein markantes Objekt, das sich vor allem zwischen all den umliegenden VerwaltungsgebĂ€uden behauptet. [
] ein mehrgeschossiges GebĂ€ude mit schmetterlingsförmig auskragenden FlĂŒgeln geplant [
] sollen von KĂŒnstlern bespielt werden, so wie auch die transparente Fassade aus Gussglas, die man keramisch bedrucken, aber auch mit Licht inszenieren will.“cite-ref-baunetz-28-0[28] Das Futurium „erfĂŒllt als ganzheitlich ökonomisch, sozio-kulturell und ökologisch optimiertes GebĂ€ude den BNB Gold-Standard – mit der höchsten bislang jemals bei einer BNB-Zertifizierung erzielten Punktzahl“.cite-ref-29[29]

Freiraum

An den beiden EingĂ€ngen, Nordeingang vom Alexander-Ufer/Margarete-Steffin-Straße und dem SĂŒdeingang am Kapelle-Ufer, befinden sich zwei VorplĂ€tze. Diese werden von bis zu 18 m auskragenden VordĂ€chern ĂŒberspannt.cite-ref-30[30] Dieser öffentliche Aufenthaltsort wird von einem dichten Punktmuster ĂŒberzogen und sie können fĂŒr zusĂ€tzliche AktivitĂ€ten genutzt werden. Beschrieben sind hierfĂŒr „Sitzmöglichkeiten, Durchwegungen, aber auch Ruhezonen“ und an der Nordseite stehen Baumreihen am Veranstaltungsbereich des Durchgangs zur CharitĂ© am Alexanderufer.

Auf dem sĂŒdlichen Vorplatz steht eine kinetische Skulptur: das „Drehmoment“. Ein rotierender „Teller“ (4 m × 15 m) wird dynamisch auf einem Stab balanciert. Das Kunstwerk ist jeden Mittag eine Stunde lang in Bewegung zu sehen. Die Berliner KĂŒnstlergruppe „realities:united“ hatte damit 2016 den offenen „Kunst-am-Bau-Wettbewerb“ gewonnen. Die technische Realisierung wurde von der Max Streicher GmbH & Co. KG aA ĂŒbernommen.

Kritik fand hierbei: wĂ€hrend der Platz zur Spree hin seinen Zweck erfĂŒllt, „macht [es] zur Stadtbahntrasse hin allerdings kaum Sinn, denn dort ist wenig Besucherverkehr zu erwarten“.cite-ref-bernau-27-2[27] Die beiden grĂŒnen Hauptwege Berlins, der Heiligenseer Weg und der Tiergartenring fĂŒhren unmittelbar am Futurium vorbei.

Fassade und Foyer

Zwei raumhohe Schaufenster bieten Ausblicke aus dem GebĂ€ude, „das sich zum Fluss hin öffnet“. Der Zugang zur CharitĂ© lockt „die tĂ€glich mehreren tausend Menschen, die im S-Bahn-Verkehr am neuen Haus der Zukunft vorbei rauschen“ an.cite-ref-baunetz-28-1[28] Diese Fenster lassen sich bei Bedarf als ProjektionsflĂ€chen zum Vorplatz hin nutzen.

Die Fassade ist eine HĂŒlle aus Gussglascite-ref-berl-ztg190426-21-2[21] in mehr als 8000 Kassettenelementen.cite-ref-31[31] Diese sind jeweils einen Quadratmeter groß und aus gefalteten Metall-Reflektoren und keramisch bedrucktem Gussglas. So wird ein mit dem Lichteinfall bestĂ€ndig geĂ€ndertes Wolkenbild wiedergegeben. Dieses Element steht fĂŒr stĂ€ndige Änderung, ebenso wie eine Installation im Treppenhaus in Form einer schwebenden Spirale, die den Besucher empfĂ€ngt. Zwei GlasflĂ€chen bieten Ausblicke als „DenkrĂ€ume in Kontext zum gegenwĂ€rtigen Stadtraum“. Nach SĂŒden 8 m × 28 m, nach Norden 11 m × 8 m.

Im Erdgeschoss verbindet das Foyer die HaupteingĂ€nge und ist zentraler Ort fĂŒr Zusammenkunft und Austausch von Informationen.

Innenbereich

Unterhalb der Bodenplatte wurde eine Sohlabdichtung ausgefĂŒhrt, so liegen die Untergeschosse in einer wasserundurchlĂ€ssigen Stahlbetonkonstruktion, einer „weißen Wanne“.

Im Untergeschoss ist im „Futurium Lab“ auf 600 mÂČ die Zukunftsforschung fĂŒr Besucher erlebbar. Der sechs Meter hohe Raum mit dunkel eingefĂ€rbtem Sichtbeton und schwarzem Gussasphaltboden liegt unterhalb des Spreepegels. Beleuchtet wird die FlĂ€che von 126 Leuchtschirmen im Deckenraster. Es werden mehrere Experimente von kĂŒnstlicher Intelligenz bis zum Bauen mit Holz angeboten. In der Installation Smile To Votecite-ref-32[32] des KĂŒnstlers Alexander Peterhaensel betritt man eine Wahlkabine, „in der die Wahlentscheidung durch Gesichtserkennung und KĂŒnstliche Intelligenz (KI) scheinbar ‚vorhergesagt‘ wird.“cite-ref-33[33] Das Projekt „treibt IT-gestĂŒtzte Gesichtserkennungen, die zunehmend Verwendung finden, auf die Spitze.“cite-ref-34[34] Die Skulptur Noosphere steht fĂŒr Bio-Design und ist ein komplexes Gebilde, das reagiert und zu kommunizieren scheint. Von Philip Beesleycite-ref-35[35] wurde diese begehbare Installation geschaffen, die Mit Vibrationen, KlĂ€ngen und Licht auf Besucher reagiert.cite-ref-36[36]

Im Erdgeschoss befinden sich: Garderobe, Toiletten, zentrale Information, Gastronomiecite-ref-37[37] und ein Shop. Hier befinden sich auch die barrierefreien VeranstaltungsrĂ€ume Forum I, II und III. Diese können mit mobilen TrennwĂ€nden in RĂ€ume zwischen 50 mÂČ und 670 mÂČ mit Tageslicht, hellen, akustisch aktiven OberflĂ€chen und ausfahrbaren Projektionsmedien angeboten werden.

Der Ausstellungsbereich im Obergeschoss wird ĂŒber die zentrale Treppe oder ĂŒber den Besucheraufzug erreicht. Die mehrfach prĂ€miertecite-ref-0-38-0[38] stĂ€ndige Ausstellung wurde von den Berliner Designagenturen ART+COM Studios und Schiel Projekt gestaltet und bietet drei DenkrĂ€ume: Mensch, Natur und Technik, in denen sich die Besucher aus unterschiedlichen Perspektiven den großen Zukunftsfragen interaktiv annĂ€hern können. Zum Nachdenken können Besucher in einer großen Schaukel abhĂ€ngen.cite-ref-39[39] Teilweise sehr detailliert Informationen ĂŒber technische Entwicklungen, ĂŒber möglichen Nutzen von Robotern und KĂŒnstlicher Intelligenz, aber auch ĂŒber Fragen der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung kann sich der Gast hier holen.cite-ref-meyns-40-0[40] Eine riesige Holzskulptur zeigt das Zusammenspiel von Natur und Technik. Pilze als neuer Baustoff oder fliegende Windturbinen in 300 Meter Höhe zur Energieerzeugung – Thema in den Laboren und Instituten auf der Welt. Galerien sind stĂŒtzenfrei vom Dachtragwerk abgehĂ€ngt und bieten durch erhöhte Lage und die seitlichen Verglasungen BlickbezĂŒge in die Ausstellung und die „AußenrĂ€ume“.

Das Dach

Oberhalb der Ausstellungsetage fĂŒhrt die Treppe zu einem Ausgang auf das Dach. Der als Skywalk benannte öffentlich zugĂ€ngliche Rundgang wird von diesem Austritt ĂŒber eine Verbindung erreicht. Auf dieser vierten Ebene (−1, 0, 1, 2), der nach Norden ansteigenden DachflĂ€che sind entlang der BrĂŒstung Ausblicke auf den „Berliner Stadthorizont von der Reichstagskuppel [nach SĂŒden] bis zum Fernsehturm [nach Norden]“ möglich.cite-ref-41[41] Der Blick ist wegen der geringeren Bauhöhe östlich und westlich von den beiden NachbargebĂ€uden begrenzt. Sicherheitshinweise auf dem Dach legen fest, dass die meterbreite BrĂŒstung nicht zu ĂŒbersteigen ist.

Zwischen dem Rundweg an der BrĂŒstung und dem verbindenden Querweg ist die DachflĂ€che mit solaren Energiekollektoren fĂŒr Photovoltaik zur Stromgewinnung und mit vier Reihen der Solarthermie-Rohre zur WĂ€rmegewinnung belegt. Die regenerative Energie der Sonne kann (nach Eigenmitteilung) große Teile des Energiebedarfs fĂŒr das Haus abdecken.cite-ref-42[42] Dazu wurde der Hybrid-Energiespeicher aufgebaut, in dem mit gekapselten Paraffin und dem Speichermedium Wasser die achtfache KapazitĂ€t von herkömmlichen Wasserspeichern erreicht wird.

Weniger offensichtlich ist die Nutzung der trichterförmigen Dachschale. Unter Kollektoren und Laufwegen kann sich Regenwasser in einem Auffangbecken sammeln und wird am tiefsten Punkt einer Zisterne zugefĂŒhrt. Neben dem Besucherausgang steht hierfĂŒr die KĂŒhlanlage, da der gesammelte Niederschlag fĂŒr die GebĂ€udekĂŒhlung genutzt wird.

Auszeichnungen

‱ 2020: Gold in „Exhibition Experience“ des Art Directors Club fĂŒr Deutschlandcite-ref-0-38-1[38]

Filme

‱ Futurium Berlin (= Museums-Check. Folge 61). Reportage, 30 Min., Moderation: Markus Brock, Produktion: 3sat. Erstausstrahlung: 23. Februar 2020.cite-ref-44[44]

Weblinks

Commons

: Futurium

– Sammlung von Bildern

‱ futurium.de
‱ Haus der Zukunft heißt kĂŒnftig Futurium.
‱ Reinhold Leinfelder: Das Haus der Zukunft (Berlin) als Ort der Partizipation. SciLogs (Blogportal der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft), 5. Oktober 2014.
‱ Hibou PĂšlerin: Museum fĂŒr Hoffnungen Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 4. September 2020

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Passauer Neue Presse: Ein Museum fĂŒr die Zukunft: Futurium öffnet in Berlin. Abgerufen am 6. August 2019.
cite-note-22. ↑ Eröffnung des Futurium – 05. bis 08. September 2019: „Am 5. September 2019 öffnet das Futurium offiziell sein Pforten. Der Festakt zur Eröffnung findet mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und geladenen GĂ€sten statt.“
cite-note-33. ↑ Berliner "Futurium": Museum, BĂŒhne, Forum fĂŒr offene Fragen
cite-note-44. ↑ siehe: Projektdaten
cite-note-55. ↑ Haus der ZukĂŒnfte: Architektur
cite-note-66. ↑ Pressemitteilungen zum Futurium.
cite-note-77. ↑ Die Bebauung der umgebenden vormals im Grenzstreifen der Berliner Mauer liegenden GrundstĂŒck erfolgte nach 2010. Dazu der Artikel Alexanderufer: Straße ins Nirgendwo. In: Der Tagesspiegel, 14. Januar 2008. Es wurde 1998 ein Bebauungsplan beschlossen und die Straße fĂŒr 1,75 Millionen Euro nach der Öffentlichkeitsbeteiligung im Jahr 2007 angelegt.
cite-note-88. ↑ Diese FlĂ€chen westlich der CharitĂ© waren vormals Standort der Berliner Mauer mit dem ersten Maueropfer GĂŒnter Litfin.
cite-note-99. ↑ Design Offices Berlin Humboldthafen: Das direkt am Kanal (Schifffahrtskanal) zum Humboldthafen liegende BĂŒrogebĂ€ude von PricewaterhouseCoopers, Spiegel-Verlag und anderen auf insgesamt 5500 mÂČ (120 m lang und 25 m hoch) ist mit den Adressen Kapelle-Ufer 4/5, dazu Alexanderstraße 1, 3/5, 6/7 versehen, wurde seit 2012 gebaut und 2015 fertiggestellt. Dazu auch: Dirk Jericho: BĂŒropalast direkt am Hafen. In: Berliner Woche, 18. Juni 2015.
cite-note-1010. ↑ Karte von Berlin 1:5000: Futurium
cite-note-1111. ↑ Tickets: „Der Eintritt ist kostenfrei. Bei Workshops, FĂŒhrungen und Veranstaltungen gelten ErmĂ€ĂŸigungen fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, Personen in Ausbildung, EmpfĂ€ngerinnen und EmpfĂ€nger von Transferleistungen, Inhaberinnen und Inhaber des Berlin-Passes, Bundesfreiwillige, Studierende sowie Menschen mit Schwerbehinderung (ab 50 Prozent). Begleitpersonen zahlen nichts.“
cite-note-1212. ↑ Website futurium.de
cite-note-1313. ↑ die Futurium gGmbH mit Darstellung von Ausbau und Struktur
cite-note-brh2025-1414. ↑ Finanzierungskonzept fĂŒr das Futuriumgescheitert – BMFTR muss endlichgegensteuern. Bundesrechnungshof, 10. Dezember 2025, abgerufen am 15. Dezember 2025.
cite-note-1515. ↑ Zukunftsmuseum Futurium eröffnet
cite-note-1616. ↑ Website Richter Musikowski zum Futurium: „Wir freuen uns ĂŒber den Materialpreis 2019 fĂŒr das FUTURIUM, der uns am 26. Juni 2019 im Hospitalhof Stuttgart verliehen wurde.“
cite-note-1717. ↑ Futurium Berlin – JUCA. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 8. September 2017; abgerufen am 8. September 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/juca.berlin
cite-note-1818. ↑ GebĂ€udetechnik Jung: Mit dem KNX-System sind alle Funktionen der GebĂ€udetechnik vernetzt und kommunizieren miteinander.
cite-note-1919. ↑ Haus der Zukunft heißt „Futurium“: „Der Begriff lasse auch Menschen, die kein Deutsch sprechen, erkennen, worum es in diesem Haus geht, nĂ€mlich um die Zukunft, so Wanka.“
cite-note-2020. ↑ Ralf Nestler: Ein teurer Klotz Zukunft. In: Der Tagesspiegel, 27. August 2019
cite-note-berl-ztg190426-2121. ↑ Philip Aubreville: Das glĂ€serne ‚Futurium‘ als idealer Ort fĂŒr alle, die die Zukunft mitgestalten wollen. In: Berliner Zeitung, 27./28. April 2019, Beilage Immobilienwelten.
cite-note-2222. ↑ Aktuelle Nachrichten zum Futurium; abgerufen im Sommer 2017.
cite-note-berger-2323. ↑ Christoph Berger: Das Futurium in Berlin.
cite-note-2424. ↑ Richter Musikowski, Architekten PartGmbB, 10969 Berlin
cite-note-2525. ↑ Die PD ist privatrechtlich als GmbH organisiert und liegt zu 100 % in öffentlicher Hand. Futurium in Berlin
cite-note-2626. ↑ Ulf Meyer: Im Restaurant werden Insekten serviert. In: Frankfurter Allgemeine, 29. August 2019.
cite-note-bernau-2727. ↑ Das Futurium in Berlin vor der EröffnungBau flop, Schau top. Nikolaus Bernau im GesprĂ€ch mit Britta BĂŒrger, 2. September 2019
cite-note-baunetz-2828. ↑ Annika Wind: Richter Musikowski bauen die Zukunft. In: BauNetz, 11. Januar 2016
cite-note-2929. ↑ Futurium. Auf Unternehmen Werner Sobek
cite-note-3030. ↑ VorplĂ€tze
cite-note-3131. ↑ Nina Greve: Diffuse Tiefenwirkung durch Gussglas. In: Deutsche Bauzeitung, Oktober 2018.
cite-note-3232. ↑ Smile to Vote – Political Physiognomy Analytics – alexander peterhaensel. Abgerufen am 13. September 2019 (amerikanisches Englisch).
cite-note-3333. ↑ „Ein offenes Ohr fĂŒr Phantasien und Utopien“. Abgerufen am 13. September 2019.
cite-note-3434. ↑ Morgen soll es glĂ€nzen. Abgerufen am 13. September 2019.
cite-note-3535. ↑ Aegis / Noosphere - Transforming Space Toronto, Canada - 2018 (Memento des Originals vom 1. September 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/philipbeesleyarchitect.com
cite-note-3636. ↑ Ein Museum fĂŒr die Zukunft. In: VDI nachrichten, 13. September 2019, Nr. 37, S. 3
cite-note-3737. ↑ Das „Restaurant im Futurium“ bietet innovative Gerichte neben regionalen Klassikern auf der Speisekarte. Verantwortlich fĂŒr das gastronomische Konzept ist die Sarah-Wiener-Gruppe. Sarah Wieners Hoflieferanten betreiben Restaurant im Berliner Futurium, 3. Juni 2019, abgerufen am 9. September 2019
cite-note-0-3838. ↑ Gold fĂŒr die Futurium-Ausstellung | Futurium. Abgerufen am 11. Oktober 2021.
cite-note-3939. ↑ Berliner Futurium bietet neuen Blick in die Zukunft. In: Volksstimme, 29. August 2019.
cite-note-meyns-4040. ↑ Michael Meyns: Zukunft ist gut fĂŒr alle! In: Die Zukunft, 5. September 2019
cite-note-4141. ↑ Skywalk und Energiespeicher
cite-note-4242. ↑ Hans-JĂŒrgen Serwe: Skywalker in die Zukunft. In: www.sonnenenergie.de/. Deutsche Gesellschaft fĂŒr Sonnenenergie, MĂ€rz 2020, abgerufen am 5. Mai 2021.
cite-note-4343. ↑ Kulturnachrichten. EuropĂ€ischer Museums-Preis fĂŒr Berliner Futurium. In: www.deutschlandfunkkultur.de. Deutschlandfunk Kultur, 18. September 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 18. September 2021; abgerufen am 19. September 2021. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschlandfunkkultur.de
cite-note-4444. ↑ Futurium Berlin (= Museums-Check. Folge 61). In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 16. Januar 2025.

52.523878613.3743364coordinatesKoordinaten: 52° 31â€Č 26″ N, 13° 22â€Č 27,6″ O